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Daniela

Martins

Schülke

durch die Webseite

„Na Alemanha tem?“

Leserstimmen der Teilnehmer der Buchverlosung „Kulturschock: Deutschland vs. Brasilien“ vom 01.11.2014 durch die Webseite „Na Alemanha tem?“

 

 

 

Die Gewinnerin der Verlosung ist Janaína Soares, die in Hamburg lebt. Herzlichen Glückwunsch, Janaína!

Frage: Welches war Ihr größter Kulturschock, den Sie in Deutschland

erlebt haben?

 

 

 

 

 

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Für mich ist die Sprache an sich ein großer KULTURSCHOCK. Ich lebe in Deutschland seit 6 Monaten und bevor ich hier her kam, hatte ich noch überhaaaaupt nichts auf Deutsch gehört, höchstens mal "Guten Tag!" Na gut, ich bin dann in die Sprachschule gegangen, um den Integrationskurs zu machen (9 Monate). Dann ergab es sich aber, dass ich nach nur 1 Monat im Deutschkurs, angefangen habe zu arbeiten, in einem Hotel, im Restaurant. Einmal kam eine Gruppe pensionierter Herren ins Hotel und alle sind ins Restaurant zum Essen gegangen. Es war eine sehr große Gruppe und wir mussten sehr schnell sein, um das Essen an den Tisch zu bringen. Während des ganzen Hin- und Hers hat mich dann einer der Herren gefragt, was für ein Fleisch er da gerade isst und ich wollte "Hähnchen" antworten, aber es kam "Hund" stattdessen raus. Die Herren waren alle sehr erstaunt und fragten: "Hund?", da habe ich sofort bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Ich rannte in die Küche, um mich zu vergewissern, um welches Fleisch es sich denn handelt, und mein Kollege sagte "Hähnchen". Ich ging an den Tisch zurück und sagte das richtige Wort, alle lachten. Ich muss gestehen, dass ich mich sehr schämte und ich machte mir auch Sorgen, da ich um die Liebe der Deutschen für ihre Hunde weiß, und auch wie ernst sie eigentlich sind. Ich war sehr erstaunt, wie locker sie die Situation aufnahmen, trotzdem war ich sehr verlegen. Erst später wurde mir klar, dass ich Hund gesagt hatte, das sind nun mal Sachen die passieren, wenn man eine neue Sprache lernt, und gerade bei so einer komplexen!

Koblenz

 

Eimal wurde ich zum Essen bei meiner Schwiegermutter eingeladen. Als ich dort ankam, gab es Pfannkuchen. Wir unterhielten uns, ich aß die Pfannkuchen und wartete gespannt auf das Mittagessen, das nicht kam. Nach einiger Zeit meinte mein Mann es wäre Zeit nach Hause zu gehen und ich fragte: "...und das Mittagessen? Habe ich etwas falsch verstanden?" Er schaute mich mit vorwurfsvollen Blick an und meinte: "Wie jetzt?" Du hast doch gerade gegessen!". Ich antwortete: "Guter Mann, das gilt in Brasilien als Nachtisch!"

Wuppertal

 

Das Formale im zwischenmenschlichen Miteinander. Es hat seine gute und seine schlechte "Seite", aber es ist sehr anders als in Brasilien. Hier, zum Beispiel, selbst wenn sich zwei Menschen sehr gut kennen (Freunde, Familie) sehe ich, dass ein fast schon übertriebener Höflichkeitston angewandt wird ("Vielen Dank für die Einladung" oder " Es war sehr schön dich wiederzusehen"), wenn sie miteinander reden oder schreiben. In Brasilien jedoch verschwimmen solche Handlungsweisen zusehends, wenn man sich gut kennt, ohne dass es ein Verlust an Wärme oder Respekt für einander bedeuten würde!

Freiburg

 

Ich bin Sportlehrerin in Deutschland. Kurz vor der Fußballweltmeisterschaft beschloss ich den Unterricht mit einem Gespräch mit den Kindern (10 - 15 Jahren) über ihr Wissen über Brasilien zu beginnen. Einige meldeten sich: Eine nannte die brasilianische Hauptstadt, eine Andere nannte die Christusstatue, eine Andere nannte Marta und Neymar. Dann meinten sie einstimmig, dass Brasilien ein sehr gefährliches Land sei. Als ich über die Gewalt in Brasilien berichtete, musste ich jedoch feststellen, dass die Kinder die Tiere, die auf den Straßen vorkommen, meinten: Löwen, Schlangen und Affen. Einige stellen sich Brasilien als riesigen Urwald vor, in dem die Tiere frei auf den Straßen herumlaufen und somit eine große Gefahr bedeuten.

Kaiserslautern

 

Die riesigen Portionen auf den Tellern in den Restaurants; immer Haare trocknen, bevor man aus dem Haus geht und hauptsächlich im Winter; die FKK-Zonen; und so weiter und so fort....

Würzburg

 

Anfangs fiel mir besonders die Ernsthaftigkeit, die Individualität der Menschen hier auf. Jeder konzentriert sich auf sich, egal, was um ihn herum geschieht, was einerseits eine große Verschiedenartigkeit erlaubt, junge Menschen, die sich anziehen und kleiden wie sie wollen ohne jeglicher Art von Angriffen oder Beschimpfungen ausgesetzt zu sein. Klar spreche ich im Allgemeinen, von der großen Mehrheit. Hier existieren ebenso Vorurteile, Rassismus, aber nicht in dem Maße wie in Brasilien. Hier können die Homosexuellen leben. Aber es ist wirklich alles eine Frage der Anpassung.

Borsdorf

 

Ich habe meine Hausaufgaben gut gemacht, bevor ich her kam, hauptsächlich um jeglichen KULTURSCHOCK von vorn herein maximal zu minimieren. Also war alles was ich hier sah, als ich ankam nichts wirklich Neues für mich. Trotzdem, obwohl ich wusste, dass es so sein würde, war eine der Tatsachen die mich am meisten beeindruckte, das man die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann ohne jegliches Vorhandensein von Schaffnern oder Drehkreuzen. Dieses Vertrauen in die Integrität des Bürgers, und das dieser es auch verdient, ist für einen Brasilianer etwas schwierig zu verarbeiten....

Regensburg

 

Ich bin nun seit 5 Monaten in Deutschland und bis jetzt war mein größter Kulturschock die Vielfalt an weiterführenden Schulen und wie das alles abläuft; und das gegrilltes Fleisch im Brot!!! Das ist wie eine gegrilltes Sandwich und dazu warmes Bier trinken.

Emden

 

In fast 12 Jahren hatte ich den größten KULTURSCHOCK beim Todesfall meiner Schwiegermutter. In meiner zweiten Woche in Deutschland bin ich in sämtliche möglichen Fettnäpfchen getreten! Sie war gerade von uns gegangen und mein Schwiegervater machte Fotos von ihr und wollte, dass ihre Kinder und ich als Anhängsel uns um sie herum stellen. In Brasilien lernen wir auf Fotos zu lächeln, also befand ich mich in einem Dilemma: sollte ich lächeln am Sterbebett? Also lächelte ich breit! Cheese! Da mein Mann nicht mit dem Tod seiner Mutter rechnete oder rechnen wollte, hat er mich über die deutschen Beerdigungsgepflogenheiten nicht aufgeklärt. Im speziellen Fall gab es zwei Tage vor der Beerdigung gab es ein Gottesdienst, während der Körper der Schwiegermutter einsam in einem Raum des Dorffriedhofes aufgebahrt lag und meine Schwägerin voller Stolz den Schlüssel des Raumes behielt. Nach dem zweiten Gottesdienst, kurz vor der eigentlichen Beerdigung, sind wir mit der ganzen Familie in ein Café gegangen, und alle waren schon am Verhungern (auch ich)....Die Deutschen fragten mich nach Einzelheiten meiner Hochzeit und ich konnte meinen Mund nicht halten, noch ganz im Schockzustand nach allen Geschehnissen! Dieser war nur eines der vielen Fauxpas, die ich mir leistete....

Erlangen

 

Mein größter Kulturschock hier war, die Fähigkeit der Deutschen alles direkt und ohne Umschweife zu sagen. Zuerst war ich geschockt, aber später fand ich es super und bis heute kann ich sehr gut damit leben. Was zuerst ein KULTURSCHOCK war, wurde zur angewandten Praxis. uma prática.

Hamburg

 

Meinen größten KULTURSCHOCK erlebe ich, wenn ich nach Brasilien reise. Den Flughafen Guarulhos anfliegen und die ganzen Slums von oben zu sehen; die Straße irgendwo überqueren, trotz des Vorhandenseins eines Zebrastreifens; die Sicherheit...

Gifhorn

 

Ich weiß nicht, ob es einen "größeren" KULTURSCHOCK gibt, aber ich habe einige schlechte Erfahrungen gemacht. Ich wußte nicht, wie man die Fenster hier öffnet, ich habe es erst gelernt nachdem ich fast das Fenster meiner Schwiegermutter kaputt gemacht habe. Leute beschweren sich, dass ich immer sage, dass bei mir alles gut sei - obwohl es bei keinem jeden Tag 100% gut sein kann!!! Mich hat auch schon einmal ein Busfahrer zurechtgewiesen, weil ich nicht über den Zebrastreifen lief, um noch schnell den Bus zu erwischen. Er meinte, wenn ich das nächste Mal so etwas machen würde, ließe er mich nicht einsteigen. Und so weiter...

Bergisch Gladbach

 

Ich kann spazieren gehen und meine Goldkette tragen, Handy in der Hand halten und unter Brücken laufen ohne auf Drogenabhängige am helllichten Tag zu stoßen, die ihre Drogen konsumieren. Durch einen riesigen Park laufen, ohne Straßenlaternen und nichts passiert einem. Sehen wie früh es dunkel wird und die Kälte schmerzhaft an der Nasenspitze fühlen. Für mich als Jemand, der "am Strand" geboren wurde,war es wirklich schmerzhaft....

Hamburg

 

Ach, es waren so viele KULTURSCHOCK Erlebnisse, dass sie noch gar kein Ende gefunden haben! Aber ein besonderer war, als ich meine Tochter bekam, und herausfand, dass die Ärztin, die mich durch die Schwangerschaft begleitet hat, nicht diejenige wäre, die bei der Geburt dabei ist. Ich hatte nämlich ein Problem am Uterus und sie war es, die die ganze Geschichte kannte...

Tübingen

 

Immer Termine ausmachen. Ein einfacher Familienbesuch muss terminlich festgelegt werden.

Bergisch Gladbach

 

Der größte KULTURSCHOCK war es Kinder beim Spielen im Park zu beobachten, im Sandkasten, komplett nackt, völlig unbedarft und sorglos. Das war für mich wirklich ein Schock, da wir als Kinder immer gesagt bekommen haben, im Sand nackt zu spielen, sei gefährlich. Wir durften nicht mal im Park nackt sein. Sehr gut!

Berlin

 

Mein größter KULTURSCHOCK in Deutschland war die übertriebene Organisation. Das kannte ich nicht. Ich komme aus Belém do Pará, einer extrem unorganisierten Großstadt, mir war schon nicht mehr klar, wie unorganisiert sie war, Menschen warten außerhalb des Bürgersteigs auf den Bus, die Fahrer halten nicht am Bürgersteig an - sondern mitten auf der Straße, damit die Passagiere einsteigen können und so weiter....aber ich habe es immer als "Chaos" empfunden. Sprich kleine Verhaltensweisen wie, dass ich als Fußgängerin eine nicht befahrene Straße einfach überquere ohne auf die rote Ampel für die Autos zu warten, sind für mich etwas völlig Normales. Aber als ich das erste Mal mitten auf der Straße dafür beschimpft wurde, habe ich mich sehr schlecht gefühlt. Und ich habe nachgedacht: ich habe mich falsch verhalten. Die Frau war dermaßen sauer, allein die Vorstellung es wären Kinder dort in der Nähe gewesen. Eine weitere in Brasilien normale Handlungsweise, für die ich mich in Deutschland jedoch schämte, geschah in einem Supermarkt; ich hatte mich beim Kauf eines Produktes umentschieden und habe es in der Nähe der Kasse liegen lassen. Die Kassiererin und die Kunden waren sehr genervt, da ich alle warten lassen musste, während ich das Produkt wieder an Ort und Stelle zurückbrachte. Danach ist nichts weiter Peinliches passiert. Es hat mich über die kulturellen Unterschiede jedes Ortes nachdenken lassen...und es hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.

Frankfurt

 

Bedient werden von einem/r BrotverkäuferIn, EisverkäuferIn, usw...der/die mit derselben Hand mit der er/sie das Brot reicht auch das Geld entgegen nimmt (ohne Handschuhe)

Deesen

 

Ich lebe seit 10 Jahren in Bayern, in der Alpenregion. Ich liebe alles hier. Aber das Schwierigste ist, bis heute, dass ich sehr emotional bin, und die Deutschen, klar, zu Recht, ....Kopf....niemals Herz....damit ist schwer umzugehen. Ich habe viele deutsche Freundeskreise, nehme an allem teil, habe mich integriert, angepasst, aber ich bin immer noch nah am Wasser gebaut, egal ob aus Emotion oder Trauer....Etwas anderes, was ich auch vermisse, sind die Umarmungen der Brasilianer.... ich habe so manche dicke Umarmung bekommen und auch gegeben....hier ist es so, als wäre es verboten Körperkontakt zu haben....ja, so ungefähr ist es.

Weitnau

 

Ich glaube, dass der größte KULTURSCHOCK für mich die "kurzangebundenen und direkten" Antworten der Deutschen waren. Für den Brasilianer muss alles langsam und höflich gehen, mit einem Lächeln und viel Drumherum, wir sagen etwas, was uns nicht gefällt oder manchmal sagen wir auch gar nichts, aber bei den Deutschen ist es anders, sie gehen einfach direkt zum Punkt, ohne Umschweife. Anfangs war es schwierig für mich zu verstehen, dass dies nichts Persönliches ist. Aber heute bevorzuge ich die deutsche Art, ich habe mich dann angepasst und die deutsche Ehrlichkeit angenommen.

Darmstadt

 

Mein größter KULTURSCHOCK in Deutschland war, dass ich Sonntags kein geöffnetes Geschäft finden konnte, nicht einmal Supermärkte! Wenn man sonntags etwas Besonderes kochen möchte, muss man samstags noch schnell einkaufen gehen. Ah, ein anderes Detail: bis 20 Uhr! In Brasilien funktioniert alles rund um die Uhr....anfangs war es noch komisch, aber jetzt habe ich mich schon besser daran gewöhnt.

Fürstenfeldbruck

 

Da ich in einem Dorf lebe, einer kleinen Stadt, ist es normal, dass alle an den Wochenenden zu Hause bleiben, und das es nicht viele Freizeitaktivitätsmöglichkeiten in der Nähe gibt, hat es mir das Gefühl gegeben ausgelagert zu sein und folglich ist dadurch die Sehnsucht nach der Familie und nach Brasilien größer geworden. Aber mit der Zeit habe ich Freundschaften geschlossen und alles wurde besser.

Sulz am Neckar

 

Mit Sicherheit die Sprache, auch als Deutschstämmige und mit der Sprache seit meiner Kindheit vertraut und obwohl ich mich nicht anstrengen musste um diese zu erlernen, sind noch heute, nach 5 Jahren hier, die Schwierigkeiten enorm. Ich mache eine Ausbildung als Altenpflegerin, und manchmal tauchen Wörter auf, von denen ich nicht annähernd eine Ahnung habe, was sie bedeuten. Eine neue Sprache lernen ist so, als ob man Lesen lernen würde. Ich werde nie das Buch vergessen, das meinem Sohn (27 Jahre) bei der Alphabetisierung geholfen hat, DER JUNGE DER ZU SEHEN LERNTE (Autorin: Ruth Rocha). Ich fühle mich genauso seitdem ich hier bin, ich lerne zu SEHEN, nur jetzt auf DEUTSCH. Laupheim

Mit Sicherheit ist es die Sprache, manchmal denke ich mir "Mein Gott, ob ich das je lernen werde?!?"

Roxheim

 

Ich bin mit dem Fallschirm mitten in einer deutsche Familie gelandet und der größte KULTURSCHOCK war, wie sehr sie sich eher darum kümmern, was sie machen "müssen" als das was sie machen "wollen". Es gibt immer eine Liste was in der Freizeit zu tun ist, die im Endeffekt gar nicht mehr so frei ist, nicht wahr? Haha. Selbst das, was unterhaltsam sein sollte, wird zur Pflicht. Die Kinder der Familie hier haben ihre "To-Do-Liste" für Sonntag, zum Beispiel: ein Bild malen; 2x 40 Min Klavier üben; 40 Min. Volleyball spielen;....es war sehr erschreckend:)

Osnabrück

 

Eine der Sachen die mich verlegen machten als ich in Deutschland ankam, war zu erleben, wie die Deutschen während der Mahlzeiten ihre Nase putzen. Die meisten Brasilianer sind sehr diskret, wenn sie tatsächlich die Nase putzen müssen während einer Mahlzeit und in Anwesenheit anderer Menschen. Ich wurde wirklich sehr verlegen aufgrund der Lautstärke und der Art, wie die Menschen hier ihre Nase putzen.

Oberhausen

 

Mir fehlen die kleinen, praktischen Dinge des Alltags wie wir in Brasilien haben, Pizza-Lieferdienst bis spät, Öffnungszeiten am Sonntag, Bäckereien, die fast alles anbieten.

München

 

Ich glaube festzustellen, wie man hier in Berlin auf sehr einfache und glückliche Weise leben kann :)

Berlin

 

Es ist in der Tat so, dass beim Eintritt in eine beliebige andere Kultur die Leute erkennen, dass die Realität vielseitiger und anders sein kann als die ihnen bekannte. So wird der Kulturschock, der "Spiegel-Brecher", zu einem natürlichem Phänomen, der aber nicht immer mit Leichtigkeit verdaut werden kann. Seit neun Monaten bin ich Teil dieses Riesenrades. Deutschland ist der erste Ort außerhalb Brasiliens an dem ich war. Von allen Schocks, ist der mir am präsentesten, die Tatsache, dass es bei vielen Deutschen eine gewisse Anthropophagie des Sambas gibt. Ich, als eingefleischte Sambista, gewöhnt an Sambarunden auf Terreiros, an Maculelê, an den Candomblé,bin in diesen anthropophagischen Ritus eingetaucht in dem Versuch, das zu retten, was nach meiner brasilianischen Erfahrung dem am nächsten kommt was Samba machen heißt. Da ich dachte der Name würde der kulturellen Erfahrung entsprechen, war ich z.B. frustriert, das der Samba eine genaue Anfangs- und Endzeit hat. Und selbstverständlich sind es nur wenige gesungene Sambas, und nicht immer passt die Melodie...und nicht alle tanzen, trotzdem wird er genossen....wenn auch nicht immer mit einem offenen Lächeln oder man lässt sich von dem heißen Rhythmus mitreissen... Das erste Mal, so sagt man, vergisst man nie und es war Gegenstand der Analyse meines Verhaltens und meiner Erwartungen...und ich habe es etwas weniger brasilianisch zu sein um so zu versuchen, diesen deutsch-brasilianischen Sambinha auf eine intensivere Weise mit einem echten Kulturaustausch zu leben...

Weimar

 

Mein größter KULTURSCHOCK war ohne Zweifel ein Vorfall im Jahr 2007 (nach zwei Wochen in Deutschland), ich arbeitete gerade in einer Eisdiele in Worms. Ein Kunde hat auf einmal eine Kugel Eis für seinen Hund bestellt und gleich so wurde mir klar, dass Hunde hier besonders behandelt werden!! Während in Brasilien einige Hunde auf der Straße leben, sind sie hier mit im Haus ihrer Besitzer.

Wuppertal

Für die Deutschen ist "ja ein ja" und "nein ein nein", während für uns Brasilianer ein "ja" und ein "nein" manchmal "vielleicht", "niemals", "wer weiß" usw. bedeuten kann.

Berlin

 

Das Essen! Aber ich habe mich schnell angepasst. Und ich liebe die einfache und praktische Kochweise.

Germering

 

Frischverheiratet mit einem Deutschen ohne niemanden in der Nachbarschaft zu kennen, habe ich versucht, mit einem Lächeln im Gesicht einige Kontakt zu knüpfen. Es war einer der schlimmsten Situationen, die ich hier durchstehen musste, weil sie mich ganz einfach ignorierten. Eines Tages wurde ich dann schwanger und da wurde ich für die Leute interessant. Als meine Tochter geboren wurde, habe ich dann endlich gespürt, dass ich ein Teil dieser so fremden Gemeinschaft war, in der man so viel von der leider nicht immer stattfindenden Integration spricht. Heute lache ich über all dies, ich habe meinen Platz erobert und habe gelernt diese Kultur besser zu verstehen und bin begeistert von ihr. In Wahrheit möchte das deutsche Volk einfach nur, dass du dich integrierst und wer sich dafür nicht interessiert, wird hier eine Ewigkeit leben ohne die schönen Seiten fernab der Klischees kennenzulernen ...

Karlsruhe

 

Mein größter KULTURSCHOCK war in Bezug auf das Geld. Ich verstand nicht, warum man beim Benzinpreis 3 Cent sparen sollte. Bis heute habe ich damit meine Schwierigkeiten. Die meisten Deutschen versuchen soviel wie möglich zu sparen.

Lenningen

 

Ältere Menschen auf einem Roller zu sehen. Das fand ich sehr beeindruckend, ganz toll.

Haimhausen

 

Mein größter KULTURSCHOCK wendete sich zum Guten. Gewöhnt an ein Brasilien der Eitelkeit, fand ich hier Menschen, die mit sich im Reinen sind. Auch habe ich die Freiheit des Seins geschätzt. Du bist so wie du bist, ohne Vorurteile und ohne Seitenblicke der Anderen...Du darfst sein, wer du möchtest...

Berlin

 

Ehrlich gesagt, hatte ich viele Schocks ....

Positiver Schock: die Menschen sind körperbewusster und akzeptieren ihn mehr, mit allen und jeglichen Fehlern.

Negativer Schock: die Familien entfremden sich hier so sehr, dass sie sich aus den Augen verlieren... Die Kälte der Mensch hier im Norden erschrickt mich immer noch sehr.

Dresden

 

Die Kultur, hauptsächlich die Sprache und die Pünktlichkeit!

Nuremberg

 

Als ich zum ersten Mal nach Deutschland kam, war ich auch zum ersten Mal im Winter in Europa. Es waren unterschiedliche Kulturschocks, wie zum Beispiel Essen, Natur, Menschen, usw. Was ich rückblickend am lustigsten finde, ist mein Unverständnis, dass ich im Winter trotz der Heizungen Winterkleidung anziehen sollte und keine kurzen Shorts oder dünne Blusen, so wie ich sie in meiner Stadt in Goiânia 😂 immer getragen habe. In dieser Zeit habe ich immer die Heizungen auf höchste Stufe eingestellt nur um meine Shorts tragen zu können.

Aschau

 

Festzustellen, dass die Sprachen tatsächlich total unterschiedlich sind, hauptsächlich was die Phonetik angeht.

Hamburg

 

Die Sprache und die Stille.

Hamburg

 

Die Deutschen sind sehr beflissen, sie wollen immer helfen...aber sie sind sehr reserviert. Ich fand es schwierig Freundschaften mit Deutschen zu schliessen.

Braunschweig

 

Ich komme aus Rio Grande do Sul und stamme aus einer deutschstämmigen Familie die ca. 1824 nach Brasilien auswanderte, zu Beginn der deutschen Kolonisierung im Süden Brasiliens. Für mich war der größte Kulturschock die große Anzahl der Menschen, die dem Stereotypen der Deutschen entsprach (blond und blauäugig).

Tübingen

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